22. 2024, Teil 2 - Der Sommer ist im Anmarsch.
- Fabiënne van Olderen

- 28. März
- 4 Min. Lesezeit
Mit Beginn des zweiten Halbjahres 2024 neigt sich die Decksaison dem Ende zu, der Sommer steht vor der Tür und damit beginnt die Almzeit. Der Longierkurs steht auf dem Programm und das Training der jungen Pferde kann beginnen.
Mai.
Es war schon seit Langem schönes Wetter, und der Alm-Sommer konnte beginnen. Ilaysha und Incredible durften dieses Jahr auf die Alm im Stilluptal. Herrlich, einfach mal Pferd zu sein und sich den Bauch voll zu fressen.
Ich durfte Jazz wieder von ihrem Fell befreien. Sie hat immer so ein dickes Winterfell, dass es zu lange dauert, bis sie es loswird. Sobald es auch nur ein bisschen wärmer wird, steht sie schwitzend auf der Weide.
Bei Issy und Impressive wurde diesen Monat eine Trächtigkeit festgestellt. Da dies kurz nacheinander geschah, würde das bedeuten, dass die Fohlen nächstes Jahr ebenfalls kurz nacheinander zur Welt kommen würden.
Da ich diesen Blogeintrag nun fast zwei Jahre später schreibe, sieht die Kenntnislage etwas anders aus...
Am Ende des Monats habe ich für den Verein einen Longierkurs gegeben. Dabei habe ich die Grundlagen des Longierens gezeigt, was man dafür braucht und wie man damit anfängt. Sensation durfte dabei mitmachen.
Noch ein paar einzelne Fotos vom Monat Mai. Issy fühlt sich wohl, und das merkt man ihr an. Jetzt, da die Hengste kastriert sind, können sie zusammen mit den Stuten raus, aber vorerst noch mit einem Drahtzaun dazwischen, damit sie sich aneinander gewöhnen können. Bei Adylano ist es jedes Mal wieder eine Herausforderung, ihm das Halfter anzulegen. Wir sind immer noch nicht wirklich gute Freunde…
Juni.
Diesen Monat hatte ich eine Praktikantin. Dadurch hatte ich viel Zeit, mich intensiv mit den jungen Pferden zu beschäftigen. Sensation musste ordentlich durchtrainiert werden, damit er im Unterricht mitlaufen konnte. Stanley und Sevimli wollte ich einreiten, und auch Impressive musste wieder ran.
Alle machten es super gut! Was für ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass eine gute Vorbereitung so viel hilft. Bei Sensation war es nach dem Winter einfach aufsteigen und losreiten, Press war etwas nervöser, ließ sich aber letztendlich auch brav reiten.
Für Stanley und Sevimli ging es natürlich von Anfang an los. Longieren, Sattel drauf, weiter zum Anreiten und dann langsam aufsteigen und schauen, was passiert. Ein Pferd hat bei mir immer Zeit, sich zu entwickeln, und es gibt keine festgelegte Zeitspanne, um ein Pferd einzureiten.
Stanley hat alles ganz leicht aufgegriffen und schien auch Spaß daran zu haben, etwas zu tun. Sevimli brauchte etwas mehr Zeit, und die bekam er dann auch. Die Schritte bei Sevimli wurden durch Zwischenschritte ergänzt, um ihn zu beruhigen.
Was sind das denn für Schritte? Ich beginne damit, ein junges Pferd an der Longe zu trainieren. Ab einem Alter von 2,5 Jahren mache ich das mit einem Kappzaum, davor an einem Knotenhalfter. Sobald es ernst wird, hänge ich ein Gebiss im Kappzaum ein und kann ich langsam einen Longiergurt auflegen. Wenn sich das Pferd daran gewöhnt hat, kann ich mit Ausbindern oder Seilen beginnen; dies hängt vom jeweiligen Pferd ab. Ein Gefühlsache.
Danach geht es mit dem Sattel weiter. Sobald der Sattel aufliegt, fange ich an, daneben zu springen, auf den Sattel zu klopfen, an den Steigbügeln zu wackeln usw. Dann ist es Zeit, mich darauf zu hängen. Das mache ich am liebsten alleine, damit sich das Pferd auf mich konzentrieren muss. Das ist nicht bei allen Pferden möglich, und wenn ich eine Praktikantin habe, beziehe ich diesen natürlich gerne in den Prozess mit ein.
Nach dem Hängen geht es weiter mit dem Aufsitzen, danach ein paar Schritte und, wenn es sich gut anfühlt, im Trab. Das mache ich bei etwas nervösen Pferden, am liebsten zuerst an der Longe. Bei anderen, die mir vertraut vorkommen, gehe ich manchmal auch gleich frei. Erst wenn Schritt und Trab bestätigt sind, gehe ich in den Galopp über. Das mache ich nie an der Longe, da ich finde, dass ein junges Pferd leichter im Gleichgewicht bleibt, wenn es etwas geraderaus laufen kann.
Natürlich ist der Prozess bei jedem Pferd anders. Jedes Pferd lernt anders und hat einen anderen Charakter. Die einen lieben es zu arbeiten, wie zum Beispiel Stanley und Sensation. Andere dagegen sind viel schneller angespannt oder abgelenkt, wie zum Beispiel Impressive und Sevimli. Das macht die Arbeit spannend und interessant! Und genau deshalb mache ich sie so gerne.

Zu Beginn der Sommersaison war Infinity etwas angespannt und schreckhaft. Woher das kam, weiß ich nicht so genau. Aber ich beschloss, wieder öfter selbst mit ihr zu arbeiten. Also ging es los mit dem Dressurtraining, aber ein bisschen Spaß mit dem Pferd gehört natürlich auch dazu. Also ein Knotenhalfter umlegen und los geht’s. Sie fand es herrlich!
Zum Abschluss dieses Blogs noch ein paar wunderschöne Fotos von der Alm. Bei diesem herrlichen Wetter ist es nie eine Qual, sie zu besuchen. Denn wie gut geht es ihnen dort oben!
Liebe Grüsse, Fabiënne































































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