26. Sommer 2025.
- Fabiënne van Olderen

- 27. Juni
- 7 Min. Lesezeit
Nach der Weltausstellung steht der Sommer schon wieder vor der Tür. Ein paar Pferde dürfen wieder auf die Alm, ich werde mit meinen Ponys arbeiten und ich verkaufe auch zwei Pferde.
Juni.
Issy und Wylano genossen bereits in vollen Zügen die Freiheit auf der Alm, und nach der Weltausstellung brachte ich auch Incredible auf die Alm, wo sie den Sommer verbringen durfte. Noch einen Sommer lang einfach nur Pferd sein und in Ruhe weiterwachsen.
Es war nun wirklich an der Zeit, Adylano zu verkaufen. Ich wollte ihn schon immer verkaufen, aber der Pferdemarkt ist manchmal schwierig. Die Leute suchen das perfekte Pferd, und das für so wenig Geld wie möglich. Als Verkäufer möchte man schließlich doch etwas verdienen und verschenkt seine Pferde nicht einfach so. Das macht es manchmal schwierig. Ich machte wieder neue Fotos, da er sich doch wieder ordentlich entwickelt hatte, und erstellte eine neue Anzeige auf Facebook. Wer weiß, vielleicht würde ich jetzt ja ein neues Zuhause für ihn finden. Ich erhielt einige interessierte Nachrichten, nun hieß es abwarten, ob etwas Passendes dabei sein würde.
Juli.
Letztendlich ging alles sehr schnell. Eine Familie aus der Schweiz zeigte großes Interesse an Adylano. Sie wollten ihn bereits Ende dieses Monats abholen. Meine Mädels auf dem Campingplatz halfen dabei, ihn zu waschen, wobei er sich von seiner allerbesten Seite zeigte. Der Abschied fiel mir doch ein wenig schwer, aber er würde ein gutes Zuhause bekommen. Ich habe mich für ihn gefreut! Ein paar Monate später erhielt ich eine Nachricht, dass sie sehr glücklich mit ihm seien, dass er sich dort wohlfühle und sehr brav sei. Das sind die Nachrichten, für die man das alles macht!

Jazz und Star sind dieses Jahr beide 4 Jahre alt geworden, und es wurde nun langsam Zeit, dass sie etwas lernen. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich sie beide irgendwann als Kinderponys einsetzen könnte und sie bei Ponyausritten mitlaufen könnten – und Star vielleicht sogar ein paar Reitstunden geben könnte. Aber ja, wie geht man das mit so kleinen Ponys an? Jazz hat jetzt, glaube ich, eine Stockmaß von etwa 90 cm und Star ist 108 cm groß. Ich kann mich nicht einfach so auf sie setzen. Mit dem Longieren hatte ich bereits angefangen, das kannten sie also schon ein bisschen. Jedes Jahr kommen einige Mädchen wieder zu mir, die gerne bei der Arbeit mit den Pferden helfen. Ich hielt es für eine gute Idee, sie mit den Ponys arbeiten zu lassen. Sie haben Jazz und Star longiert, was sehr gut geklappt hat. Ich habe Zaumzeug und einen Sattel bestellt, um weitermachen zu können. Schließlich konnten sie auf beiden Ponys an der Hand losreiten, was sehr brav verlief. Natürlich fahren diese Mädchen auch wieder nach Hause, und dann kommt das Training wieder zum Stillstand. Nächstes Jahr, wenn sie wiederkommen, machen wir einfach weiter. Und wer weiß, vielleicht kommen wir dann wirklich zum Reiten.
August.
Wylano gedeiht gut auf der Alm, und die Fohlenvorschau rückt näher. Für die Alm habe ich zwar schon mit einem Halfter geübt, aber mehr als das kennt er noch nicht. Ich hielt es für eine gute Idee, ihn diesen Monat abzusetzen und mit in den Stall zu nehmen. So könnte ich ihn noch ein wenig trainieren, bevor es richtig losgeht.
Ich beschloss, dass es eine gute Idee wäre, Issy und Wylano gemeinsam mitzunehmen und Issy anschließend wieder zurückzubringen.
Das erwies sich schwieriger als gedacht. Zum Glück war eine Freundin dabei, um zu helfen. Wir schafften es, Wylano ein Halfter anzulegen, und dachten, dass es dann schon klappen würde. Issy stieg wie üblich recht zügig in den Anhänger, aber Wylano sah das anders. Er weigerte sich und fing an zu steigen. Selbst zu dritt bekamen wir ihn nicht hinein, er wehrte sich mit aller Kraft. Zum Glück kam ein Bekannter vorbei, der uns helfen wollte. Nach viel Hin und Her, aber letztendlich dank viel Geduld, bekamen wir ihn auf den Anhänger und konnten uns auf den Weg zum Stall machen.
Was das Absetzen von Fohlen angeht, gehen die Meinungen immer auseinander. Wann macht man es, wie macht man es – schnell oder schrittweise? Für mich hat es sich immer so ergeben, dass schnell besser funktioniert als langsam. Es nicht zu sehr hinauszuzögern, funktioniert für mich am besten, und auch meine Stuten haben bisher immer gut mitgemacht. Bei Issy war es immer so, dass die Fohlen etwa 5 Monate alt waren, da Issy ihrem Fohlen alles gibt und selbst nichts übrig bleibt.
Auch jetzt entschied ich mich für die schnelle Methode. Wir fuhren mit Issy und Wylano zum Stall und gingen hinein. Inzwischen hatte ich im Auto beschlossen, nicht nur Issy wieder auf die Alm zurückzubringen, sondern auch Press noch ein wenig den Sommer genießen zu lassen. Ich brachte zuerst Press auf den Anhänger und holte dann auch Issy wieder. Nach kurzem Zögern lief sie brav auf den Anhänger und wir fuhren zurück zur Alm. Issy hat ansonsten keine Probleme gemacht; auf der Alm wurde sie wegen ihres Euters im Auge behalten, aber das lief prima. Wylano hat eine Nacht lang wiehert, hat sich aber schnell mit Star angefreundet und war zufrieden.
September.

Anfang dieses Monats war eigentlich die Fohlenvorschau geplant. Wylano hatte sich gut entwickelt und wir waren bereit, obwohl er wirklich kein einfacher Fall war. Leider war er bei der Fohlenvorschau nicht in Form, er hustete stark und hatte eine ordentliche Rotznase. Ich hielt es nicht für sinnvoll, ihn vorzustellen, und meldete ihn daher ab. Online behielt ich den Verkauf weiterhin ein wenig im Auge, fand aber nichts Passendes, und wenn er den Winter über bleiben müsste, wäre das auch nicht schlimm. So könnte Star auch noch etwas länger bei seinem Kumpel bleiben.
In der Zwischenzeit hatten es die Stuten auf der Alm richtig schön. Wenn ich etwas Zeit hatte, schaute ich nach der Arbeit oder am Wochenende bei ihnen vorbei. Einfach nur, um die Zeit mit ihnen zu genießen, und sei es auch nur für einen kurzen Moment. Issy sah gut aus und nahm wieder an Gewicht zu. Das hatte sie nach der Geburt ihres Fohlens auch dringend nötig. Jetzt durfte sie noch ein wenig genießen; da sie nicht trächtig war, konnte sie nach ihrer Rückkehr nach Hause wieder langsam mit der Arbeit beginnen.

Mit Sevimli war ich inzwischen fleißig am Weiterreiten. Er war super brav und ein sehr angenehmes Pferd, mit dem man gut arbeiten konnte. Leider war sein Sommerekzem dieses Jahr ziemlich stark, und ich wollte nun wirklich dringend ein neues Zuhause für ihn suchen. Am liebsten natürlich irgendwo am Meer, wo diese blöden Mücken nicht leben. Da ich früher einmal ein Praktikum in Egmond absolviert habe, kenne ich dort einige Leute und beschloss bereits im Juli, die ersten Kontakte zu knüpfen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und was für ein Glück: Sie kannte vielleicht jemanden und stellte den Kontakt her. Nach einigem Hin und Her mit vielen Fotos und Videos kamen wir zu der Vereinbarung, dass sie ihn nicht einfach so kaufen wollte, sondern ihn erst sehen wollte, und das wurde für September geplant.
Mitte September kam sie mit ihrer Tochter und der Person, die uns miteinander in Kontakt gebracht hatte, vorbei. Ich ritt ihn vor, und er benahm sich vorbildlich. Sie wollte auch selbst kurz auf ihn steigen – das wäre das erste Mal gewesen, dass jemand anderes auf seinem Rücken saß. Aber auch das meisterte er hervorragend. Sogar ihre kleine Tochter durfte kurz auf ihn steigen.
Sie blieben mehrere Tage, und wir beschlossen, ihn auch mal frei springen zu lassen, damit sie das ebenfalls sehen konnten. Ich hatte das schon einmal mit ihm gemacht, aber das war schon eine Weile her. Jetzt tat er so, als hätte er nie etwas anderes getan, und sprang überall hinüber. Ich merkte, dass sie total begeistert waren, und hatte ein gutes Gefühl dabei. Am Ende ihres Besuchs einigten wir uns darauf, dass sie ihn kaufen würden – war ich froh! Er würde hier ein fantastisches Zuhause bekommen. Ende September sollte er in die Niederlande transportiert werden, auf dem Weg zu seinem neuen Abenteuer. Noch ein letztes Mal reiten und noch ein letztes Mal für ein Foto posieren. In der letzten Zeit war unsere Bindung enorm gewachsen, und der Abschied fiel mir wirklich schwer. Aber ich wusste auch, dass es ihm dort sehr gut gehen würde und dass dies der richtige Schritt war. Nachdem er in den Niederlanden angekommen war, erhielt ich die erfreuliche Nachricht, dass sie sich über seine Ankunft freuten und dass er sich nach einer Weile gut eingelebt hatte. Ich gönne es ihm, so ein schönes Häuschen gefunden zu haben!
In diesem Monat fiel mir auch etwas weniger schönes auf. Es war mir schon früher ein wenig aufgefallen, aber nicht so wie jetzt. Incredible schien schon vor der Weltausstellung ab und zu, je nachdem, wie sie stand, ein leicht krummes Bein zu haben. Damals hatte ich vor allem den Eindruck, dass es am Ellenbogen lag und sie diesen im Ruhezustand etwas nach außen drehte. Nichts Besonderes, dachte ich, und ein Pferd im Wachstum hat ja öfter mal so seine Eigenheiten. Sie war nie lahm und hatte auch keine Beschwerden. Auf der Alm fiel es langsam immer mehr auf. Aber jetzt nicht mehr nur ihr Ellenbogen, sondern eigentlich eher ihr Karpalgelenk. Dieses wurde dicker und das Bein war nun deutlich krumm. Sie schien immer noch keine Schmerzen zu haben; wenn sie mich sah, kam sie immer direkt im Galopp heruntergerannt. Ein Pferd, das wirklich Schmerzen hat, tut das nicht.
Dennoch ließ mir das keine Ruhe, und ich kontaktierte einen Tierarzt. Mir wurde empfohlen, Röntgenaufnahmen machen zu lassen, um herauszufinden, was mit diesem Bein los sein könnte. Ich begann im Internet zu recherchieren. Welcher Tierarzt? Soll ich jemanden zu mir kommen lassen oder in eine Tierklinik gehen? Was könnte es sein und was werden wir dagegen tun, was kann ich dagegen tun? Ich dachte noch: Sie ist erst 2,5 Jahre alt und wächst noch, das wird schon wieder gut. Leider stellte sich heraus, dass das alles etwas komplizierter war. Darauf werde ich in meinem nächsten Blogbeitrag eingehen.
Liebe Grüße, Fabiënne

























































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